EINSATZ+ auf der INTERSCHUTZ 2026
Ein Beitrag von EINSATZ+
Zwei Seile. Mehr als 6.000 Versuche. Und eine Frage, die uns sechs Tage begleitet hat: Wie lange hältst du durch, wenn dein Kopf längst sagt, dass es reicht?
Sechs Tage INTERSCHUTZ liegen hinter uns – und für EINSATZ+ war diese Woche vor allem eines: intensiv.
Am Stand des Werkfeuerwehrverbands Deutschland konnten Besucher unsere Challenge ausprobieren und mentale Stärke einmal nicht erklärt bekommen, sondern unmittelbar erleben.
Das Prinzip war einfach:
Zwei Personen. Zwei Seile. Ein direktes Duell.
Dranhängen. Durchhalten. Nicht loslassen.
Was zunächst vor allem nach Kraft klingt, wurde für viele schon nach wenigen Sekunden zu einer ziemlich mentalen Angelegenheit. Die Arme wurden schwer, der Griff unangenehm – und irgendwann kam ziemlich zuverlässig dieser Gedanke:
“Ich kann nicht mehr.”
Und genau da wurde es für uns spannend. Denn beim zweiten Versuch ging es nicht einfach darum, sich noch mehr anzustrengen. Wir gaben kleine mentale Impulse mit: den Fokus bewusst lenken, die Atmung nutzen, den inneren Dialog verändern oder mit dem unangenehmen Gefühl anders umgehen.
Und dann passierte etwas, das viele selbst überrascht hat:
Plötzlich gingen doch noch ein paar Momente mehr.
Mentale Stärke – nicht im Lehrbuch, sondern am eigenen Leib
Genau das wollten wir auf der INTERSCHUTZ zeigen.
Mentale Stärke bedeutet nicht, immer weiterzumachen oder Belastung einfach wegzustecken. Es geht darum, die eigenen Reaktionen zu verstehen und bewusst Einfluss darauf nehmen zu können.
Fokus halten.
Sich unter Druck steuern.
Mit Anspannung umgehen.
Klar bleiben, wenn es unangenehm wird.
Fähigkeiten, die beim Seil sichtbar werden, im Einsatz aber eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Denn technische Ausbildung, taktisches Wissen und körperliche Fitness sind unverzichtbar. Im entscheidenden Moment braucht es aber auch Menschen, die unter Druck Informationen verarbeiten, Entscheidungen treffen, miteinander kommunizieren und sich selbst regulieren können.
Die Challenge war der Anfang vieler Gespräche
Was uns besonders gefreut hat: Viele sind nach ihrem Versuch nicht einfach weitergegangen.
Aus „Wie viele Sekunden hatte ich?“ wurde schnell ein Gespräch darüber, wie mentale Stärke im Blaulichtalltag eigentlich aussieht.
Wir haben mit Einsatzkräften über Belastung gesprochen. Mit Führungskräften darüber, was Menschen brauchen, um auch unter Druck klar zu bleiben. Mit Ausbildungsverantwortlichen darüber, wie mentale Kompetenzen überhaupt sinnvoll trainiert werden können.
Und immer wieder ging es um dieselbe Frage: Warum trainieren wir das, was in unserem Kopf passiert, eigentlich nicht genauso selbstverständlich wie das, was wir technisch und taktisch können müssen?
Genau deshalb war es für uns besonders schön, auf der INTERSCHUTZ gemeinsam mit dem Werkfeuerwehrverband Deutschland auch unsere Trainingsreihe „Mentale Stärke als persönliche Schutzausrüstung“ vorzustellen.
Denn mentale Stärke ist nicht sichtbar wie Helm oder Handschuhe. Aber sie kann im entscheidenden Moment genauso dazu beitragen, dass Menschen sicher, klar und handlungsfähig bleiben.
Sechs Tage, die noch lange nachwirken werden
Neben der Challenge bleiben uns vor allem die Begegnungen in Erinnerung.
Bekannte Gesichter aus Workshops und Projekten. Menschen, mit denen wir bisher nur geschrieben oder telefoniert hatten. Neue Kontakte. Sehr offene Gespräche. Und erstaunlich viele spontane Ideen darüber, was wir gemeinsam noch bewegen könnten.
Genau dafür lieben wir Veranstaltungen wie die INTERSCHUTZ: weil aus einem kurzen Gespräch am Messestand manchmal eine Idee, ein Workshop, eine Kooperation oder sogar ein völlig neues Projekt entsteht.
Ein großes Danke an den Werkfeuerwehrverband Deutschland für das Vertrauen, die Zusammenarbeit und dafür, dass wir diese sechs Tage Teil des Standes sein durften.
WFVD Team am Stand der INTERSCHUTZ 2026
Und natürlich danke an alle, die sich ans Seil gehängt, ihren eigenen Kopf herausgefordert, mit uns diskutiert, gelacht oder ihre Erfahrungen geteilt haben.
Für uns steht nach dieser Woche noch einmal mehr fest: Mentale Stärke gehört genauso selbstverständlich auf die Agenda von Einsatzorganisationen wie Technik, Taktik und körperliche Fitness.
Und manchmal reichen zwei Seile, um genau darüber ins Gespräch zu kommen.
Du hast uns auf der INTERSCHUTZ kennengelernt oder hast Fragen oder Anregungen zu dem Thema? Melde dich gerne bei uns!
